Duett mit Künstler_in. | Partizipation als künstlerisches Prinzip



Ausstellungsansicht | Duett mit Künstler_in

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Duett mit Künstler_in.
Partizipation als künstlerisches Prinzip
27. September 2017 bis 4. Februar 2018, 21er Haus / Belvedere, Wien

Im Zentrum der Ausstellung steht das Publikum und seine Rolle bei der Entstehung eines Kunstwerks. Rund 30 historische und aktuelle Positionen zeigen, wie Künstlerinnen und Künstler Menschen aktivieren und zur Handlung auffordern.

„Im Ausstellungsjahr 2017 legen wir im 21er Haus einen Schwerpunkt auf das Prinzip der Partizipation in der Kunst. Nach Ausstellungen zu Franz West und seinem Artistclub sowie der Gruppenausstellung Instructions for Happiness bietet Duett mit Künstler_in einen thematisch kohärenten Abschluss. Zugleich verweist die Ausstellung bereits ins Jahr 2018, das programmatisch den Geist von 1968 wiedererwecken wird,“ so Generaldirektorin Stella Rollig.

„Duett mit Künstler_in thematisiert und fordert die aktive Mitarbeit der Besucher_innen und regt zu einer kritischen und schöpferischen Haltung an. Die ausgewählten Arbeiten laden die Rezipient_innen sowohl zur intellektuellen Auseinandersetzung mit den Inhalten als auch zur direkten Teilhabe am kreativen Prozess ein,“ ergänzt Kurator Axel Köhne.

Ausstellungsansicht | Duett mit Künstler_in

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„Wer nicht denken will, fliegt raus.“ Dieser Satz von Joseph Beuys (1977) ist bis heute brisant und aktuell. Beuys formuliert Ende der 1960er-Jahre die Idee der „sozialen Plastik“, die der Kunst eine gesellschaftsverändernde Kraft zuschreibt. Schon ab den 1950er-Jahren gelangt der Prozess der Kunstproduktion mit Performances, Aktionen und Happenings ins Blickfeld der Künstler_innen und des Publikums. Fluxus und Body Art zeugen als zentrale Kunstströmungen von dieser Entwicklung. In dieser thematischen Spannbreite zeigt die Ausstellung historische Werke, die Partizipation zum künstlerischen Prinzip erklären und damit das Kunstverständnis des 20. und 21. Jahrhunderts entscheidend prägen. Kunst als wesentlichen Teil des Lebens zu denken, an dem „alle“ teilhaben können gehört heute zu den fundamental demokratischen Werten unserer Gesellschaft.

Die zeitgenössischen Positionen der Gruppenausstellung gehen einen Schritt weiter und setzen eine aktive Teilhabe der Betrachter_innen voraus. Das Publikum schafft, steuert oder vollendet künstlerische Prozesse. So werden die Besucher_innen etwa von Rirkrit Tiravanija zum Tischtennisspielen aufgefordert, von David Shrigley zum Aktzeichnen eingeladen oder von Yoko Ono zum Schreiben von Wunschkarten animiert. Von bestimmten Arbeiten evozierte Vorstellungen können genauso zum Kunstwerk werden, wie das Ausführen von choreografischen Benutzungsanleitungen und direkten Handlungsanweisungen.

Ausstellungsansicht | Duett mit Künstler_in

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Die Ausstellung thematisiert nicht nur das Duett von Kunst und Publikum, sondern auch einen Austausch der Museen, nämlich des 21er Haus in Wien und des Museum Morsbroich in Deutschland, wo die Schau bereits im Frühsommer 2017 gezeigt wurde. Das Beharren auf der Teilhabe und der Verantwortung des Einzelnen knüpft an die besondere Geschichte des Museum Morsbroich an: Es wurde kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs gegründet, um die städtische Bevölkerung nach Jahren der Diktatur für ein kritisches, experimentelles und zukunftsgewandtes Denken zu begeistern. Auch das heutige 21er Haus hat eine Geschichte als aktiver, politischer Ort – als ehemaliges „20er Haus“ und als ursprünglich temporär für die Expo 1958 in Brüssel geplanter Bau. Seine offene, modernistische Pavillon-Architektur impliziert die Idee der schrankenlosen, kommunikativen Begegnung von Menschen.

In diesem Kontext stellt die Ausstellung auch die Frage nach der politischen Rolle der Kunst, der Künstler_innen und der Museen innerhalb unserer Gesellschaft. Die Ausstellungssituation öffnet die Institution Museum, indem sie soziales Handeln einfordert und Möglichkeiten für Begegnungen schafft. Die Beteiligung der Rezipient_innen am künstlerischen Prozess erzeugt einen kreativen Raum, der über die Ausstellung und über die Institution Museum hinaus den städtischen Raum beeinflusst.

Mit Arbeiten von Vito Acconci, Robert Barry, Joseph Beuys, stanley brouwn, Angela Bulloch, John Cage, Claus Föttinger, Rodney Graham, Hans Haacke, Christine Hill, David Horvitz, Pierre Huyghe, Yves Klein, Tomas Kleiner, Krüger & Pardeller, Mischa Kuball, Dieter Meier, Bruce Nauman, Yoko Ono, OPAVIVARÁ!, David Shrigley, Gabriel Sierra, Juergen Staack, Rirkrit Tiravanija, Wolf Vostell, Franz West und Erwin Wurm

Ausstellung: Duett mit Künstler_in
Kuratiert von Axel Köhne

Wann: 27. September 2017 bis 4. Februar 2018
Wo: 21er Haus / Belvedere, Wien
Mehr: www.21erhaus.at

Eine Kooperation des 21er Haus mit dem Museum Morsbroich, Leverkusen


Ausstellungsansichten: Duett mit Künstler_in
Fotos: Johannes Stoll, © Belvedere, Wien, 2017


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