Eigenwillige Skulpturen | Ausstellung Night Plants von Magali Reus im Kunstmuseum St.Gallen



Arbroath Smokie | Magali Reus

Arbroath Smokie | Magali Reus

Magali Reus | Night Plants
Kunstmuseum St.Gallen, 3. Juni – 22. Oktober 2017

Die niederländische Künstlerin Magali Reus (*1981 Den Haag) entwickelt komplexe skulpturale Werke, die existierende Objekte wie Behältnisse, Klappstühle oder Pferdesättel evozieren und dabei potentiell funktionsfähig erscheinen. Aufgrund ihrer eigenwilligen Gestaltung und differenzierten Materialität erhalten die Objekte einen entschiedenen Fetischcharakter. Reus’ Arbeitsweise entpuppt sich als in höchstem Masse detailversessen. Die Skulpturen wirken in ihrem raffinierten Design vertraut, zugleich aber höchst eigenwillig. Es verdichten sich darin formale Einflüsse und kunsthistorische Referenzen von Minimal bzw. Postminimal Art zu vielschichtigen Formverbindungen, die gleichermassen in die industrielle Produktion wie ins private Erleben verweisen.

Magali Reus

Magali Reus

Die St.Galler Ausstellung deutet mit dem Titel Night Plants (Nachtpflanzen) auf das nächtliche Treiben hin, das unserer Wahrnehmung und unserem Wissen entzogen ist. Die Skulpturen tragen Werktitel wie Arbroath Smokie, Understudy oder Propeller E.K. und verweisen auf die ihnen von der Künstlerin zugeschriebenen Begriffe wie Bewegung, Camping, Reisen oder Distribution. Zahlreiche Hinweise und Merkmale lassen auf diese schliessen. Eigenartige Stahlrohrgebilde und gestelle sind mit sattelartigen, geschwungenen Formen versehen. Aus Fiberglas und Kunstharz gegossene Unterbauten erinnern an Prothesen und tragen die aufwändig gestalteten Lagen aus Mischgewebe, Textilien, Leder und Velours. Vermeintlich funktionsfähig ausgestattet, geben sie einen Gebrauchsgegenstand vor, der jederzeit in Anspruch genommen werden könnte. Pecan Sleepers (2016) ist mit Elementen ausgerüstet, die dem Reisen zugeordnet sind und an konkrete Utensilien erinnern: etuiartige Behältnisse, in denen die Anschrift des Besitzers einer Reisetasche aufbewahrt wird, oder textile Netztaschen, wie sie in Flugzeugen an den Sessellehnen des Vordersitzes angebracht sind, sowie Ohrstöpsel ähnelnde Metallobjekte, die an einen ruhigen Schlaf denken lassen. Arbroath Smokie (2016) ist dem Camping zugeschrieben und besteht aus gestepptem, wasserabweisendem Gewebe, einer daunenartigen Auswattierung und einem funktionstüchtigen Reissverschluss. Die gewählten Materialien verweisen auf das mobile Zuhause, wie es ein hochwertiges Outdoor-Zelt beim Campen unabdingbar macht.

Harlequin Darts | Magali Reus

Harlequin Darts | Magali Reus

Magali Reus, die in London lebt und arbeitet, war international bereits in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten, u. a. in der Fondazione Sandretto Re Rebaudengo, Turin, im Westfälischen Kunstverein, Münster, im Sculpture Center, New York. In der Ausstellung Post/Postminimal war bereits 2014 die Werkgruppe Parking im Kunstmuseum St.Gallen zu sehen. Nun folgt, in Kooperation mit dem Stedelijk Museum Amsterdam, die erste Einzelausstellung der jungen Künstlerin in einem Schweizer Museum.

Ausstellung Night Plants von Magali Reus
Kuratorin: Nadia Veronese
Wann: 3. Juni – 22. Oktober 2017
Wo: Kunstmuseum St.Gallen, Schweiz
Mehr: http://www.kunstmuseumsg.ch


Bildlegende:
Arbroath Smokie, 2016 (Detail) © Magali Reus 2017. Courtesy The Approach, London Photo: Plastiques Photography
Magali Reus Photo: Mark Blower
Harlequin Darts, 2016 (Detail) © Magali Reus 2017 Courtesy The Approach, London Photo: Plastiques Photography


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